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Der Studiengang BScFO – Konzept, Inhalte, Durchführung und Qualitätssicherung

Inhalte und Durchführung

Die Studiengangsinhalte in Übersichtsform zeigt die folgende Abbildung:

Studiengangsinhalte in Übersichtsform

Der bedeutendste Teil der Abbildung ist der Mittelblock „Führung/Leitung und Organisation“. Hierbei handelt es sich um das berufliche/betriebliche Arbeitsfeld der Studierenden und das konkrete Arbeitshandeln der Studierenden des Studiengangs.

Das vorrangige Ziel des Studiengangs ist es, die Studierenden bei diesem Handeln zu unterstützen und ihnen Handlungsoptionen zu ermöglichen (Erweiterung des Handlungsraumes).

Das Besondere an diesem Studiengang ist dabei die Verknüpfung von ingenieurs-, arbeits-, system-wissenschaftlichen Vorgehensweisen, Methoden und Techniken mit psychologiebasierten (insbesondere aus systemischer Sicht) Vorgehensweisen, Methoden, Techniken zu einer eher „ganzheitlichen“ Gestaltung des von der/dem einzelnen TeilnehmerIn zu verantwortenden Arbeitssystems (Führung, Leitung und Organisation).

Der Studiengang BScFO soll

  • Wissen
  • Kompetenzen und
  • Haltungen/Einstellungen

für Führungs-/Leitungs- und organisatorische Aufgaben entwickeln und erweitern und in konkretes Handeln in ihren eigenen Aufgabenbereichen umsetzen, d. h. dort erproben und reflektieren (und in den Transferarbeiten dokumentieren).

Im Studiengang sollen inhaltliches und methodisches Wissen vermittelt werden – sowie dessen theoretische Verortung – um dieses in konkreten Führungs-/Leitungssituationen anwenden zu können. Die erforderlichen Kompetenzen werden insbesondere in den Übungsbeispielen in den Präsenzveranstaltungen sowie in den vorgegebenen Übungsbeispielen zur Erarbeitung nach einer Präsenzphase und deren Anwendung auf die eigene berufliche Praxis entwickelt. Hierbei spielt die eigene individuelle Reflexion sowie die Reflexion mit dem/der jeweiligen Modulbetreuer/-in und der Gruppe eine bedeutsame Rolle.

In diesem Zusammenhang ist auch die implizite und explizite Beschäftigung mit den zu Grunde liegenden Haltungen und Einstellungen von besonderer Bedeutung sowie der jeweiligen handlungsleitenden theoretischen Basis.

Inhaltlich beschäftigt sich der Studiengang mit den relevanten Grundkonstrukten

  • der vollständigen Handlung
  • der Einheit von Handeln, Denken und Fühlen
  • der Einheit von Handlungen und (geplanten, erwarteten und tatsächlichen) Ergebnissen und deren Kriterien des „was, wie und wozu“
  • des Bedürfnisausgleiches und der Werterzielung
  • des systemischen Denkens und Handelns unter Berücksichtigung und des Förderns von Selbstorganisation
  • der Berücksichtigung von Emotionen bei Handlungen (z. B. Denkhandlungen, Entschei-dungs-, Problemlösungshandlungen; neurowissenschaftliche Erkenntnisse ergänzend zu den bereits vorhandenen psychologischen Erkenntnissen)

sowie mit den Themengebieten, in die diese Grundkonstrukte eingebunden sind, die in der Studien- und Prüfungsordnung des Studiengangs BScFO aufgelistet sind.

Fast selbstverständlich ist es, dass die sogenannten „überfachlichen Kompetenzen“ bei Führungs-/Leitungs- und Beratungs- (in erweitertem Sinne) handlungen integrativ in allen Inhalten enthalten sind, ebenso wie die Berücksichtigung der emotionalen Anteile.

Die folgende Tabelle zeigt die Module im Studiengang BScFO in chronologischer Reihenfolge.

CP K, P, TA PT
1. Studienjahr
Kommunikation und Kooperation 10 K oder P, TA 9
Grundlagen der systemwissenschaftlich und systemisch orientierten Führung und Organisation 20 K, TA 16
Wissenschaftliches Arbeiten - Grundlagen 5 TA 3
Methoden und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens in Führung und Organisation 5 TA 3
Ausgewählte Führungs- und Organisationstheorien 5 K 5
Summe 45
2. Studienjahr
Führungshandeln im Kontext von Aufgabe, Organisation und Person 15 K, TA 12
Betriebswirtschaftliche Grundlagen von Führung und Organisation und Simulation betrieblicher Leistungserstellungsprozesse 10 C 7
Aufgaben-, Prozess-, Struktur- und Projektmanagement und Managementsysteme 15 K, TA 12
Industrielle Planung und Steuerung 5 TA 4
Summe 4
3. Studienjahr
Ausgewählte Methoden zur kooperativen Prozessgestaltung 5 TA 3
Modellierung soziotechnischer Systeme als Systemspiel 15 TA 6
Beratungstheorie und -praxis 5 K 5
Projektarbeit 20 PA
Summe 45
4. Studienjahr
Theoretische fundierte und praxisorientierte Vorgehensweisen, Methoden und Techniken in der Führungs- und Organisationspraxis 20 K, TA 15
Studienarbeit 15 SA
Bachelor-Abschlussarbeit (Bachelorthesis) 10 BT + AP
Summe 45 100

CP´s sind die bei vollständig absolviertem Modul erhaltenen Credit Points (die „Währung“ der heutigen Studiengänge: 1 CP entspricht dabei einer gesamten Arbeitsbelastung (dem Workload) von 30 Stunden). In diesen CP-Werten sind die Präsenzzeiten, der Zeitaufwand für die Nachbereitung der Präsenzzeiten, der Zeitaufwand für die Anwendung und Reflexion der in den Präsenzseminaren behandelten Inhalte in der eigenen betrieblichen Praxis, die Dokumentation dieser Anwendung und Reflexion, die Vorbereitung auf die Modulprüfungen und die Modulprüfungen selber enthalten.

PT sind die Präsenztage, die in Blöcken von jeweils mehreren Tagen für die erzielten Module stattfinden.

K, P oder C sind die Modul-Prüfungsformen: K: Klausur, P: mündliche Prüfung, C: Fallstudienarbeit (Case).

TA sind die Transferarbeiten (Hausarbeiten), die zu einem Modul erstellt werden müssen und die die Bearbeitung von Aufgaben zu den Inhalten des jeweiligen Moduls beinhaltet (insbesondere auf die Erprobung/Anwendung bei den eigenen Arbeitsaufgaben/im eigenen Arbeitsumfeld), deren Reflexion und Dokumentation der jeweiligen Vorgehensweise, der erzielten Ergebnisse (erarbeitete Lösungen) und der Reflexion und Dokumentation.

 

Inhalte sind im Studiengang BScFO immer verknüpft mit strukturiertem, systematischem Arbeiten, d. h. mit Vorgehensweisen, Methoden und Techniken sowie mit diesen zu Grunde liegenden Theorien und Modellen – in Teilen – deren Nutzung zur Simulation.

 

Der Studiengang BScFO im Überblick zur Vermittlung von Führung-/Leitungs- und Organisationskompetenz

 

Konzept des Studiengangs

Das Studienprogramm des Studiengangs BScFO folgt dem Konzept des Projekt-Kompetenz-Studiums der Steinbeis-Hochschule und wird gemäß dessen Prinzipien durchgeführt. Hierbei wird nicht der Schwerpunkt auf die Wissensvermittlung und (in Teilen) Kompetenzentwicklung gelegt – wie in vielen anderen Bachelor-Studiengängen üblich –, sondern auf die Kompetenzen und die diesen zu Grunde liegenden Haltungen/Einstellungen und den Handlungen, in denen die Kompetenzen und Haltungen/Einstellungen münden.

Von besonderer Bedeutung für die „Verinnerlichung“ von Inhalten und Methoden (und somit zur selbstständigen Anwendung in der Praxis) sind einerseits die theoretische Begründung und andererseits die konkrete Anwendung in Übungsbeispielen in den Präsenzveranstaltungen, in vorgegebenen Beispielen zur Nacharbeit der Präsenzphasen-Inhalte, in der Anwendung auf eigene Beispiele aus der beruflichen Praxis und in der Zusammenschau in Studien- und Projekt- und Abschlussarbeit/Bachelor-Thesis.

 

Theoretisch basierte Wissensanwendung in konkreten Situationen und die Reflexion hiervon steht im Vordergrund des Konzeptes des Studienprogramms.

Dessen Qualität ergibt sich dann daraus, inwieweit diese Transferleistungen gelingen und mit welchem „Engagement“ und „Drive“ sie durchgeführt werden und inwieweit Erkenntnisse hieraus von dem/der Einzelnen verinnerlicht und  im Studiengang nutzbringend eingebracht werden. Des Weiteren erfolgt eine Ermittlung, Dokumentation und Reflexion der individuellen Kompetenzentwicklung über die mehrmals im Verlaufe des Studiums erfolgenden Potenzialanalysen.

 

Die Methoden der Vermittlung der Lerninhalte bilden eine weitere Komponente des Konzeptes des Studiengangs sowie dessen Qualität.

Methoden der Vermittlung der Lerninhalte

Ebenen der Kompetenzentwicklung im Studiengang BScFO

  1. Präsenzveranstaltungen
    Materialien zur Nacharbeit
  2. zusätzliche Materialien zur gesteuerten Selbstarbeit
    Texte, Literaturhinweise, Videos (Methoden, Theorien, Filmbeispiele)
  3. Anwendung in der eigenen betrieblichen/beruflichen Praxis
    (Transferarbeit Aufgabenstellungen, Vorgaben zur Durchführung, Reflexion und Dokumentation)
  4. Reflexion und Bewertung der Ergebnisse von Selbstarbeit und Transferarbeit
  5. Modulprüfung (nicht bei allen Modulen)
  6. Studienarbeit
  7. Projektarbeit
  8. Bachelor-Thesis

 

Lernen im Studiengang BScFO

Die im Studiengang verwendeten Methoden reichen von Vorlesungen über Einzelarbeiten und Gruppenarbeiten in den Präsenzphasen sowie Präsentationen der aufbereiteten Ergebnisse von Einzel- und Gruppenarbeiten in verschiedenen Formen und unter Verwendung unterschiedlicher Werkzeuge. Beispielhaft seien hier genannt:

  • durch Studierende oder Dozenten moderierte Gruppenarbeiten und Workshops
  • Reflekting-Teams
  • Time Line
  • Bearbeitung eigener oder vorgegebener Beispiele, Textteile (Literaturquellen), Video-Materialien
  • Übungsaufgaben.

In den Zeiten zwischen den Präsenzphasen werden Aufgabenstellungen zur Vertiefung und Verinnerlichung der Lerninhalte individuell bearbeitet oder in verteilt-kooperativer Form über Zusammenführung einzelner Arbeitsergebnisse in Gruppen und letztlich in der Gesamtgruppe über Nutzung einer internetbasierten Plattform.

Hierbei können wiederum eigene oder vorgegebene Beispiele (Fälle) bearbeitet werden, Texte oder Videos oder Sequenzen hiervon als Film dienen der Vertiefung und Erweiterung.

Auch Präsenzphasen-Teile werden nach der Präsenzphase in kooperativ-verteilter Form weiter bearbeitet. Als Beispiel sei die Veranstaltung erwähnt, in der ein gemeinsames Systemspiel (als Simulation einer der Realität nachempfundenen komplexen Arbeits-/Problemlöse- und Entscheidungssituation) mittels der Video-Aufzeichnungen, der individuellen Aufzeichnungen, der standardisierten Beobachtungsergebnisse des Verlaufs des Systemspiels und der gesamten Rollenvorgaben usw. über verschiedene Aufgabenstellungen reflektiert wird. Neben dieser „Ist-Betrachtung“ erfolgt die Erarbeitung von Alternativen, einschließlich einer „Best-Lösung“ (einschließlich der Kriterien hierzu) sowie der Abgleich mit der Ist-Spielsituation und der jeweiligen betrieblich-beruflichen Realität.

Die vorstehenden Ausführungen des vorherigen Abschnittes können als Beleg der Erarbeitung und Vermittlung einer wissenschaftlich-fundierten Arbeitsweise der Studierenden dienen (forschendes Lernen). Fragestellungen werden unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet, bisherige Lösungen sowie Methoden hierzu und die theoretische Verortung erarbeitet und kritisch reflektiert. Eine positiv-kritische Haltung zu Aufgaben, Problemen und Fragestellungen soll zu einer gleichermaßen systematischen wie systemischen Analyse und Synthese führen – unter Verwendung einer im Einzelfall zu wählenden methoden- und theoriegestützten Vorgehensweise zur Bearbeitung.

Die Konzeption des Studiengangs bezieht sich auf die Figur einer Führungs-/und Leitungsperson, die sich voll verantwortlich fühlt für ihren gesamten Bereich: für die Sachaufgaben, die Ziele, Organisation und technischen Einrichtungen des Verantwortungsbereiches, die personellen Ressourcen und deren Einstellungen, Haltungen und Kompetenzen, das Arbeitsklima sowie die Belastungen/Beanspruchungen der zugeordneten Personen und der eigenen Person usw.

Diesen Verantwortungsbereich in systematischer, strukturierter und nachvollziehbarer Form auszufüllen, gelingt nur durch eine grundsätzlich methodengestützte Vorgehensweise und der vorausgehenden Auswahl geeigneter Methoden. Weiterhin ist eine entsprechende eigene Grund-/Werthaltung erforderlich (zu den Aufgaben und den Personen). Diese wird für Andere sichtbar, erlebbar und durch entsprechende Kommunikation und Kooperation (Einbeziehung) und kann wieder gestützt werden durch Gesprächsführungs-, Frage-, Moderations-, Präsentation-, Verhandlung- und Konfliktlösetechniken/-strategien.

Hierzu zu befähigen, ist eines der Ziele des Studiengangs. Entsprechend werden hierzu Methoden vermittelt und erprobt.

Die Reflexion, insbesondere die Selbstreflexion stellt einen besonders bedeutsamen Bereich der Lehre in diesem Studiengang dar – Führungs- und organisationales Handeln kann nur über starke Bezugnahme zur (Selbst-)reflexion sinnvoll zielgerichtet erfolgen.

Die bereits vorstehend erwähnte Form der kooperativ-verteilten Bearbeitung von Aufgaben durch die Studierenden erfolgt unter stetiger Reflexion und Selbstreflexion der Aufgaben, der Handlungen zur Umsetzung der Aufgaben und des Beziehungshandelns sowie der dahinter liegenden Kompetenzen und Haltungen.

In zusammenfassender Form zeigt die folgende Abbildung das dem Studiengang zu Grunde liegende Modell von Führungshandeln auf.

Darstellung eines Systemmodells des Führungshandelns

Es sei betont, dass Führung hier eindeutig mehr ist als personale Führung – die aufgaben(sachziel-)bezogene Führung kommt hinzu (auch in der Realität liegt das Verhältnis aufgaben- zu personenbezogener Führung zwischen 60 : 40 bis 80 : 20).

 

Qualitätssicherung im Studiengang BScFO

In der folgenden Abbildung wird die im Studiengang BScFO realisierte Verzahnung von Forschung und Lehre dargestellt.

Verzahnung von Forschung und Lehre

Die Maßnahmen zur Qualitätssicherung und damit auch zur Studiengangs-Weiterentwicklung finden unter Beteiligung der Studierenden statt.

Hier sind an erster Stelle zu nennen:

  • die regelmäßigen Feedback-Runden zu Beginn und zum Ende des größten Teils der Präsenzphasen – zu Beginn werden die Erfahrungen mit der Anwendung der Inhalte des letzten Termins in der Praxis reflektiert, zum Abschluss die aktuelle Präsenzphase, deren Bedeutung für die Anwendung und die nächsten konkreten Schritte der Anwendung von ausgewählten Inhalten, die Chancen und Schwierigkeiten bei der Anwendung usw.
  • die schriftliche Rückmeldung am Ende jedes Moduls und die Klärung der erforderlichen Maßnahmen zur Optimierung der Veranstaltung (einschließlich Fragen zum Gesamt-Workload)
  • die Gesamtbefragung (in schriftlicher Form) der Studierenden nach Abschluss des Studiums.

Darüber hinaus bieten die Ergebnisse zu den einzelnen Prüfungen sowie zu den Aufgaben für die Präsenz-Zwischenzeiten und zum Transfer in die eigene Praxis etliche Hinweise zur inhaltlichen Bestätigung oder Veränderung.

Die Potenzialanalysen dienen der Ermittlung der Kompetenzen und der Kompetenzentwicklung der Studierenden und erfolgen daher zu Beginn, im Verlaufe und zum Abschluss des Studiums.

Hierbei werden Aufgaben inhaltlich unterschiedlicher Art bearbeitet.

Die Kompetenzbereiche, die hierbei ermittelt werden, werden in der folgenden Abbildung aufgeführt. Die Ermittlung und Bewertung der jeweiligen Teilkompetenzen und Kompetenzen (Kompetenzbereiche) erfolgt nach einem standardisierten Verfahren, das derart beschaffen ist, dass die subjektiven Bewertungsanteile der BewerterInnen möglichst minimiert werden (konkret beobachtbare (wahrnehmbare) Merkmale der Aufgabendurchführung sowie deren Ergebnisse und Ausprägungen der Merkmale werden erfasst). Hierüber erhalten die Studierenden jeweils eine Rückmeldung (mündlich und schriftlich).

Bei der Potenzialfeststellung ermittelten Teilkompetenzen und Kompetenzen